Torsten Hebel Freischwimmer Rezension Im Gespräch über Gott und die Welt

Torsten Hebel und

Daniel Schneider

 

 

Freischwimmer:

Meine Geschichte von Sehnsucht, Glauben und dem großen, weiten Mehr

 

SCM Hänssler Verlag

 

 

Ich weiß,

 

woran ich glaube,

 

ich weiß,

 

was fest besteht,

 

wenn alles hier im Staube

 

wie Sand und Staub verweht.

 

Ernst Moritz Arndt

 

 

 

"Torsten Hebel verliert Glauben - und sucht Gott"

 

- so beschrieb das christliche Medienmagazin "Pro" die dramatische Abkehr des ehemaligen Predigers des Christentums von seinem früheren Glauben. Doch was hat Hebel verloren?

Seinen Glauben? Oder nur eine falsche Vorstellung von Gott?

Verunsichert Hebel - oder reißt er gar andere mit in den Abgrund des Zweifelns?

Eine kritische

Buchrezension

zum Thema: ZWEIFEL ODER GLAUBE ?

Foto: Schroeter

Ein Beitrag von

Kai-Uwe Schroeter

Pfarrer in Werne a.d. Lippe

evangelischekircheninfo@gmail.com

3. Im Gespräch über Gott und die Welt

 

Der größte Teil des Buches "Freischwimmer" von Torsten Hebel beinhaltet Gesprächsprotokolle mit interessanten Personen aus der christlichen Szene, die alle eins gemeinsam haben: Sie haben eine Geschichte mit Torsten Hebel. Die Dialoge sind unterschiedlich gestrickt. Mal redet Hebel, mal lässt er reden, immer scheint Hebel auch zuzuhören. Manche Dialoge stellen die berufliche Arbeit der Gesprächspartner heraus sowie Hebels neue freiberufliche Tätigkeit als Gründer der blu:boks, andere Protokolle versuchen die gemeinsame Vergangenheit aufzuarbeiten und einige Gespräche reißen anspruchsvolle theologische Themen an.

 

Hebel versucht in jedem Dialog mindestens einen Punkt herauszustellen, an dem der Gesprächspartner mit dem christlich­konservativen Establish­ment aneinandergeraten ist, seien es die Klangschalen von Christina Brudereck oder die Ehescheidung von Klaus Douglass. Für den Leser ist all dies kurzweilig und interessant. Ich möchte in dieser Rezension jedoch nicht auf Details eingehen, sondern greife mir einige Themen heraus, von denen ich den Eindruck habe: Auf diese Zweifel kommt es Hebel wirklich an.

 

Ist Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben?

 

Um keine geringere Frage als diese geht es im Dialog mit Stephan Jung, einem Dozenten an der CVJM­Hochschule in Kassel. Hebel kommt schnell auf den Punkt und fragt: "Glaubst du, dass es Gott in den anderen Reli­gionen gibt?" Die Antwort fällt

diplomatisch aus: "Ich schaue nicht auf das Trennende, sondern auf das Gemeinsame der Religionen." Hebel klagt daraufhin sein Leid über den Ausschließlichkeitsanspruch der christlichen Religion ­ und legt sarkastisch nach: "Wenn du diesen Jesus Christus nicht hast, dann kommst du in die Hölle".

 

Damit ist Hebel im Zentrum angekommen. Leider wird das Thema der Religionen nur angerissen. Die Religionen und der Ausschließlichkeits­anspruch Jesu scheinen für Hebel widersprüchlich zu sein. Warum Hebel so denkt, erfährt der Leser nicht. Für viele Christen bedeutet die Beschäf­tigung mit anderen Religionen keine Anfechtung, sondern eine Vergewis­serung ihres Glaubens an Jesus Christus.

 

Im heutigen interreligiösen Dialog unterscheiden wir die abrahamitischen Religionen mit ihrem Monotheismus von den östlichen Religionen. Der Hinduismus kennt viele Götter, der Buddhismus dagegen (eigentlich keine Religion) kann ohne Gott

auskommen. Schon an dieser Stelle wird deutlich, dass eine Pauschalisierung in der Diskussion kaum möglich ist.

 

 

Die Religionen haben kein gemeinsames Gottesbild

 

 

Nehmen wir als Beispiel Jesus, die Hauptperson im christlichen Glauben. Jesus war Jude Wir sind als Christen unbedingt mit dem Volk Israel verbunden, nicht nur durch das Alte Testament. Aber die theologische Liebe ist einseitig: im gegenwärtigen

Judentum wird Jesus weder als der Messias Israels noch als sonstwie relevante Person angesehen. Mit dem Islam, der erst 600 Jahre nach Christus entstanden ist, verbindet uns bezüglich der historischen Ursprünge unserer Religion nichts. Das Abhängigkeitsverhältnis ist hier umgekehrt. Im Koran gilt Jesus als bedeutender Prophet und wird als Gesandter Gottes und Christus bezeichnet, allerdings nicht als Sohn Gottes. Der Koran bekräftigt Jesu Geburt aus einer Jungfrau und seine Zeugung vom Heiligen Geist. Das sind viele Übereinstimmungen, aber es gibt einen wesentlichen Unterschied im Kern: Jesus wurde nicht gekreuzigt, sondern an seiner Stelle jemand, der ihm ähnlich sah. Die Kreuzigung ist im Christentum aber das zentrale Geschehen, von dem die ganze übrige Darstellung des Lebens Jesu in den Evangelien ihren Anfang nahm. Wir sehen: das unterschiedliche Verständnis von Jesus lässt sich allein schon in den monotheistischen Religionen nicht unter einen Hut bringen.

 

Für den christlichen Glauben gibt es verbindliche Aussagen über Jesus. Es sind Inhalte, von denen nicht abgesehen werden kann, ohne dass der Boden des Christlichen verlassen wird. Nur das Denken ist frei, nicht aber die Definition dessen, was christlich ist. Dies ergibt sich aus der Bibel als Quelle der christlichen Religion, aber auch aus den Bekenntnissen, die sich auf die Bibel beziehen und von der jeweiligen Gemeinschaft der Christen als Ausdruck ihres Glaubens formuliert wird. Das apostolische Glaubens­bekenntnis ist ein Beispiel dafür.

 

Das apostolische Glaubensbekenntnis ist das verbindende Bekenntnis der Christenheit

 

 

"Ich glaube ... an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn. Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben, begraben. Hinabgestiegen in das Reich das Todes. Am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten."

 

Zu diesem Glaubensbekenntis der Christen haben die Religionen eine unterschiedliche Nähe, die differenziert werden muss. Eine Pauscha­lisierung hilft hier nicht weiter. Das haben wir schon beim Vergleich der drei monotheistischen Religionen gesehen. Noch differenzierter wird es, wenn wir die östlichen Religionen mit ihrem Jesusbild hinzunehmen.

 

Der Hinduismus entwickelte im 19. Jahrhundert seine Jesus­Rezeption. Er geht von einer Vielfalt der möglichen Wege zu Gott aus und erkennt die Gottheit Jesu Christi durch ein meditativ erreichbares, emotionales und mystisches Erlebnis. Dabei soll es

zu einer spirituellen Realisierung des Göttlichen in der menschlichen Seele kommen, die diese auf eine höhere Bewusstseinsstufe hebt. Ganz im Gegensatz dazu lehrt der Buddhismus, dass der Weg zur Erlösung jedem Wesen zugänglich sei und es keines Erlösers bedürfe. Gottesbilder sind im Buddhismus daher höchstens eine Veranschaulichung, sie sind aber nicht notwendig.

 

Wer die östlichen Religionen in sein Denken mit einbeziehen will, muss schon klar sagen, was er meint: Den Polytheismus des Hinduismus oder den Buddhismus ohne Gottesvorstellung. Manchmal vermittelt Torsten Hebel einen Eindruck, der bei vielen

Menschen in Deutschland wiederzufinden ist: Man möchte verbinden, was inhaltlich nicht zu verbinden ist. Das funktioniert, wenn überhaupt, natürlich nur bei Verzicht auf den Inhalt. Und so liegt es nahe, beispielsweise auf Lehre (Dogmatik) zu verzichten, um Gemeinsamkeiten in der religiösen Praxis herauszustellen (zum Beispiel die Meditation, die sich bei Anhängern aller Religionen größter Beliebtheit erfreut). Irgendwann schleicht sich doch der Inhalt wieder ein ­ und dann sind alle erschrocken. Der gemeinsame Glaube ist etwas anderes als das Zusammentreffen individualistischer Paradiesvögel. Sicherlich ist auch für Paradiesvögel Platz in der christlichen Community ­ irgendwo am Himmel. Aber "Kirche" als Gemeinschaft von Christen sieht anders aus.

 

 

Ist Gott in anderen Religionen erfahrbar?

 

 

Nicht für die Lehre der Religionen interessiert sich Hebel in erster Linie, sondern für die Frage, ob Gott auch von Menschen in anderen Religionen "erfahrbar" sei. Diese Frage ist von der Bibel eindeutig mit Ja zu beantworten. Nur ein Beispiel: Die Weisen

aus dem Morgenland waren Angehörige einer heidnischen Religion­ und Gott offenbarte ihnen im Traum seine Pläne. Allerdings setzt die Einordnung solcher Erlebnisse ein gewisses Gottesbild voraus, sonst wird das Erleben anders interpretiert.

 

Für das Gottesbild ist ja nicht die Erfahrung an sich das Entscheidende, sondern wie diese Erfahrung eingeordnet ist. Der Mensch "erfährt" auch viele Dinge, die nicht von Gott sind. Alles bedarf einer Deutung. Im Munde des Zweiflers Hebel ist die Frage an sich schon ein Paradox: Wie soll Gott erfahrbar sein, wenn er gar nicht existiert?

 

Sicherlich ist sich Hebel der Unausgewogenheit seiner Aussagen bewusst und so formuliert er im Nachgang auf das Gespräch mit Stephan Jung: "Vielleicht zweifle ich ja gar nicht an Gott an sich, sondern an der Begrenztheit meines Gottesbildes, welches ich aufgrund meiner Biographie auf eine begreifbare Größe formatiert habe."

 

Ein wunderbarer Satz, der von Hape Kerkeling nicht schöner hätte formuliert werden können. Oder stammt er von Hape Kerkeling? Wie dem auch sei, der Satz bringt es eigentlich auf den Punkt. Auch christliche Theologen sehen in dem Zweifel am eigenen Gottesbild die Chance, sich dem wahren Gott ein Stück weit zu nähern.

 

Im Gespräch mit Klaus Göttler wird die zentrale Bedeutung von Jesus Christus wieder aufgegriffen. Göttler konfrontiert Hebel mit der zentralen Aussage:

 

 

Jesus ist so zentral, dass sich an ihm die Geister scheiden

 

 

Da steht natürlich die Frage wieder im Raum, wie das mit dem Absolut­heitsanspruch Jesu zu verstehen ist. Hebel stellt seine frühere Überzeu­gung in Frage, dass die Errettung eines Menschen an einem Übergabegebet hängt und alle anderen in die

Hölle kommen. Leider sagt Hebel nicht, woher er diese Überzeugung gewonnen hat, denn in der Bibel steht dies zweifellos nicht. Das Neue Testament kennt kein Übergabegebet als Schibboleth zwischen Himmel und Hölle, sondern nur den Glauben

und die Taufe.

Ein Übergabegebet ist vielleicht Ausdruck der Entscheidung für den Glauben, mehr aber auch nicht. Meines Wissens ist auch in sogenannten Evangelisationsveranstaltungen die "Nacharbeit" immer sehr wichtig, also die Begleitung der Entschiedenen und ihre Eingliederung in eine christliche Gemeinde.

 

Ich frage mich allerdings grundsätzlich wie jemand, der gerade an der Existenz Gottes gezweifelt hat, an die Wirklichkeit einer "Hölle" glauben kann? Ist das nicht sehr inkonsequent? Den meisten Christen verlangt es schon viel Vorstellungskraft ab, an

ein Weiterleben der Seelen nach dem Tod zu glauben. Noch dazu haben wir heute die Schwierigkeit, den Begriff der Seele erst einmal zu definieren.

 

Im christlichen Kontext wird die Seele nicht als unabhängig von dem Leib verstanden, jedoch als über den Leib hinaus gehend. Wir können die Seele auch das "Bewusstsein" nennen. Ist das Bewusstsein unsterblich? Über­dauert es den Tod?

Oder ist es als individuelles Bewusstsein im Bewusst­sein Gottes aufgehoben und wird am Jüngsten Tag neu zum Leben er­weckt? Wie dem auch sei, nach einigen biblischen Texten sind die verstor­benen Seelen zunächst einmal im Totenreich.

 

Die Verstorbenen sind im Totenreich

 

Die unsichtbare Welt ist ein Geheimnis. Hin und wieder schwappt etwas aus ihr in die sichtbare Welt hinüber. Abgesehen vom verbotenen Kontakt zu den verstorbenen Seelen (Spiritusmus) wird von legitimen Begegnungen mit Verstorbenen in der Bibel

berichtet. Das ist der Fall, wenn Gott selbst die Begegnung ermöglicht (so begegnet Jesus auf dem Berg der Verklärung den Verstorbenen Mose und Elia, die ihn auf seinem schweren Gang nach Jerusalem stärken).

 

Für das Totenreich, dem Aufenthaltsort der Verstorbenen, werden weiterführende Prozesse angenommen, auch

diejenigen in der Art einer Trennung der Verstorbenen in Orte der Gottesnähe und Orte der Gottesferne (die Geschichte vom reichen Mann aus Lk16). Christus soll nach seiner Kreuzigung den Geistern im Totenreich, d. h. den Toten, das Evangelium

gepredigt haben (1. Petr 3,19) Dies besagt auch das Glaubensbekenntnis:

 

"...hinabgestiegen in das Reich des Todes". Manche Bibelausleger folgern daraus, dass auch verstorbene Menschen die Möglichkeit hatten, durch Christus zu Gott zu gelangen. Was im Jenseits passiert, ist uns verborgen. Wir wissen nur, dass Jesus

seinen Ruf zur Umkehr eindrücklich an die Lebenden gerichtet hat. Und eine bewusste Annahme oder eine bewusste Ablehung Jesu trägt immer einen endgültigen Charakter in sich, der im Jenseits wohl nicht so leicht revidiert werden kann.

 

Himmel umschreibt die Nähe zu Gott

 

Im Zustand der Gottesferne beschreibt "Himmel" den Ort der Seelen in der Gegenwart Gottes, in Gemeinschaft mit den guten Geistern der jenseitigen Welt, den Engeln. An diesen Ort gelangen die Seelen durch ihre Zugehörigkeit zum Reich Jesu

Christi ­ das heißt duch das Mysterium der spirituellen Neugeburt, das schon zu Lebzeiten auf Erden erfahrbar ist (der Begriff "Wiedergeburt" kommt in der Bibel nicht vor, meint im Sprachgebrauch jedoch dassselbe). Dieses Mysterium umfasst mehr als die bloße Entscheidung des Menschen und ein Übergabegebet. Die Seelen gelangen allein durch die Gnade Gottes in den Himmel. Im Mysterium der Neugeburt wird die Gnade Gottes im Glauben an Jesus Christus den Menschen zuteil.

 

Da nicht alle Menschen zu Lebzeiten in dieses Mysterium der Neugeburt hineingenommen werden können (die Verkündigung des Evangeliums kann ja nicht von allen Menschen gehört und verinnerlicht werden ­ viele Menschen sterben

ungetauft), stellt sich die Frage: Kommen diese Menschen nicht in den Himmel?

 

Die Bibel kennt hier zwei Wege. Nach Matthäus 25 gelangen Menschen durch das Gericht nach den Werken in den Himmel ­ vorausgesetzt, dass es positiv ausgeht. Christen kommen nicht in dieses Gericht. Überhaupt ist das Gericht nach den Werken für Christen nicht nur am Jüngsten Tag keine Möglichkeit, es ist auch angesichts der Möglichkeit, durch Christus in der Gemeinschaft mit Gott leben zu können, auch keine Möglichkeit für das irdische Leben. Wer in der Gemeinschaft mit Christus lebt, lebt in der Gemeinschaft mit Gott und weiß, dass er dies nur dem Weg der Gnade verdankt.

 

Wir predigen nur den Weg der Gnade

 

Torsten Hebel stellt die Frage "Und was ist mit den Menschen, die nie von Jesus gehört haben?" ­ mit dem Unterton, dass es auf keinen Fall eine ungleiche Behandlung der Menschen durch Gott geben dürfe.

 

Ein Prediger auf einer Evangelisationsveranstaltung hat sicherlich nicht über Himmel und Hölle zu entscheiden und kann sich nicht darüber äußern, ob Menschen nach ihrem Tod auch die Möglichkeit haben, durch Christus zu Gott zu gelangen. Aber ein

Prediger kann sich dennoch dessen bewusst sein, dass es durch die Verkündigung zu einer klärenden Position beim Zuhörer kommen kann: Einer bewussten Zuwendung zu Jesus Christus oder einer bewussten Abkehr. Ebenso hat der Prediger nicht das Gericht nach den Werken vorwegzunehmen und Wahrscheinlichkeitsberechnungen anzustellen, wer auf diesem Weg in den Himmel gelangen könnte. Dennoch kann der Prediger den Weg der Gnade und der spirituellen Neugeburt als den für uns einzig gehbaren Weg aufzeigen. Die Vergebung der Sünden spielt hier eine wichtige Rolle, ­sie ist aber nicht der einzige Aspekt dieses Geschehens. Es geht grundsätzlich um die Neugeburt wie sie in Johannes 3 im Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus beschrieben wird.

 

Warum sollte der Weg der Gnade nicht verkündigt werden? Es ist der uns in Jesus Christus geoffenbarte Weg. Insofern gilt: Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Und das gilt nicht bloß für mich ­ es gilt für alle.

 

Ist Gott eine Person?

 

Torsten Hebel bleibt auf der Suche. Das Buch schließt mit einem spiri­tuellen Erlebnis am Küchentisch, das Hebel am 13. Mai 2015 erlebte. Das ist jetzt fast ein Jahr her.

Hebels neue Erkenntnisse bestehen darin, dass Gott keine Person ist, insofern auch kein dreieiniger Gott. Den Gedanken der Trinität lehnt er ab. Doch was sagt die Bibel dazu?

 

Gott ist Geist

 

Jesus selbst sagt nach den Worten des Johannes­Evangeliums: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Johannes 4,24)

 

Vielleicht können wir Gott als eine Art Bewusstsein verstehen, eine Art Weltseele. Das menschliche Bewusstsein ist im kleinen Maßstab eine Art Abbild dieses Bewusstseins.

 

In diesem Sinne beschreibt schon der Schöpfungsbericht der Bibel das Verhältnis zwischen Gott und Mensch im abbildlichen Sinne: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei… . Und Gott schuf den Menschen zu

seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn...“ (Genesis 1, 26f) Ähnlich wie ein Mensch ein Bewusstsein hat, das durch die komplexen Vorgänge im Gehirn geprägt ist, ist Gott ein Bewusstsein, das sich durch die viel komplexere Vernetzung von

Himmel und Erde auszeichnet. Trotz der Unvergleichlichkeit von Gott und Mensch und ihres qualitativen Unterschiedes kann eine Kommunikation gelingen, weil sie dort stattfindet, wo die Gottesebenbildlichkeit des Menschen auf eine schöpfungsmäßige Ähnlichkeit zurückgreifen kann: im Bewusstsein.

 

Persönlicher oder unpersönlicher Gott?

 

Wir nennen Gott in der christlichen Tradition „Vater“ oder „Allmächtiger“ oder einfach „HERR“. Können wir von Gott, dem Grund allen Seins, auch anders sprechen?

 

Vielleicht, indem wir ihn ein „Bewusstsein“ nennen? Ein kosmisches Informationsmuster, das alle Dimensionen des Universums erfasst? Oder gelangen wir mit dieser Sprache geradewegs zu einem unpersönlichen Gott? Die Bibel gebraucht in

ihrer menschlichen Rede von Gott ja stets Begriffe, die uns Gott als eine Person vorstellen lassen. Nun hat Jesus selbst gesagt, Gott sei „Geist“, was sich auch mit „Bewusstsein“ übersetzen lässt, wenn Geist Bewusstsein bedeutet. Und diese

Übersetzung kommt der biblischen Rede von Gott als persönlichem Gott vielleicht besonders nahe. Denn wie ist es mit dem menschlichen Bewusstsein? Das Informationsmuster der Neuronen bilden im menschlichen Gehirn unsere

Persönlichkeit aus. Analog zum Menschen, der nach dem Abbild Gottes geschaffen ist, bildet ein kosmischer Geist ebenfalls eine Persönlichkeit aus, wenn auch eine dem Menschen ungleich überlegenere und komplexere. Die Rede vom Gott als Geist, als Bewusstsein, widerspricht also nicht der Vorstellung von einem persönlichen Gott.

 

Schlusswort

 

Hebel beschreibt sein spirituelles Erlebnis vom 13. Mai 2015 folgendermaßen: "Ich sitze am Küchentisch und fühle mich wie vom Blitz getroffen. Es ist eine Erkenntnis, die sich in mir breit macht. Und zwar so sehr, dass sie in jeden Winkel meines Körpers und in jeden Winkel meiner Seele zu kriechen scheint. Ich fühle mich

ergriffen. Ganzheitlich."

Atemübungen zeigen ihm: Wenn wir den Namen Gottes beim Ein­ und Ausatmen hauchen, landen wir bei uns selbst. Mit jedem Atemzug finden wir unsere Identität, sagt Hebel.

 

Hebel versichert uns, dass er nicht in einem esoterischen Gedanken verstrickt sei. Ich frage mich: Warum sagt er das? Der Co­Autor des Buches spricht davon, dass das Fazit des Buches "eine völlig neue Wendung" bekommt. Wie ist das gemeint?

 

Irgendwo sagt Hebel: "Das Ganze übersteigt meinen Verstand." Das finde ich okay. Ich wünsche Torsten Hebel viel Glück auf seinem weiteren Lebensweg ­ und nach einigem Nachdenken: Gottes Segen! Ja, gerade und vor allem den!

 

 

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